Gute Eltern sein – nur wie?

Was macht gute Eltern eigentlich aus? Eine Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist. Doch es gibt einige grundlegende Prinzipien, die ich Dir an die Hand geben möchte, damit Dein Kind zu einem glücklichen, ausgeglichenen und selbstbewussten Menschen heranwächst.

„Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr“

Bevor Du Dir Gedanken darüber machst, was gute Eltern ausmacht, sei Dir über etwas bewusst: Es gibt keine “perfekten Eltern”. Perfekte Eltern sind eine kitschige Vorstellung, entsprungen in der Filmindustrie Hollywoods. Befreie Dich von unrealistischen Erwartungen Dir selbst gegenüber. Versuche Deinen eigenen Weg zu finden. Denn Du weißt am besten, was richtig und was falsch ist.

gute Eltern werden
Mit ein paar einfachen Grundsätzen ist es gar nicht so schwer, gute Eltern zu sein.

Einige Grundsätze, die gute Eltern ausmachen

Sicherlich kennst Du unzählige Ratschläge aus Büchern oder von Freunden, was denn nun gute Eltern sind. Und jeder hat ein eigenes Modell, eine eigene Strategie, die er verfolgt. Aus der Vielzahl dieser lassen sich für mich einige Grundsätze ableiten, die – wie ich finde – gute Eltern verfolgen sollten.

Gute Eltern fördern das Selbstvertrauen

Für die gesunde Entwicklung Deines Schatzes ist es unerlässlich, dass es sich selbst akzeptiert und liebt sowie Vertrauen zu sich selbst und zu anderen hat. Das positive Selbstbild eines Kindes ist in hohem Maße von der Erziehung und Förderung der Eltern abhängig. Wie stärkst Du das Selbstvertrauen genau? Es ist besonders wichtig, dass Du erreichbare Ziele setzt und Dein Kind in der Zielerreichung unterstützt. Weise es auf Stärken und auch Schwächen hin. Lege den Fokus jedoch immer auf die Stärken.

  • Lobe Dein Kind

Unterstütze Dein Kind in der Entwicklung und Entfaltung seiner Persönlichkeit: Bringe ihm bei, dass es gut ist, anders zu sein – dass es ist, wie es eben ist.

Hilf Deinem Kind dabei zu erkennen, was richtig und was falsch ist. Lass es früh eigene Entscheidungen treffen und deren Konsequenzen lernen. Es wird im späteren Leben stets selbstbestimmt entscheiden und nicht blind auf andere hören.

Du solltest unbedingt vermeiden, Deinen Schatz mit anderen zu vergleichen. Das gilt ganz besonders für Geschwister oder nahe Verwandte. “Dein Bruder kann viel besser rechnen und schreibt nur Einser”… Das ist auch gut so. Fördere jedoch die Talente und Fähigkeiten individuell. Schätze einzelne Besonderheiten und entfache Träume, Ziele und Wünsche in Deinem Kind, anstatt es durch (sinnlose) Vergleiche klein zu halten. Das ist essentiell, um Minderwertigkeitsgefühle zu vermeiden.

  • Vermeide unangebrachte Kritik

Du kennst es: Dein Kind tanz Dir auf der Nase herum. An einem dieser trotzigen Tage könnte man verzweifeln. Kommunikation ist hier das A und O. Vermittle Deinem Schatz, dass Du dieses Verhalten nicht gutheißt und schlage ihm Alternativen vor. Verwende niemals Sätze wie “Du spinnst doch!” oder “Verschwinde jetzt!”. Sei stets freundlich, aber bestimmt, wenn es darum geht, Fehlverhalten anzuprangern. Sei ernst und auch streng, aber niemals böse, gemein oder gar beleidigend. Wichtig ist auch, dass Du Dein Kind nie im Beisein anderer tadelst. Nimm es Dir kurz zur Seite. Denn Demütigung ist absolut schädigend für die Entwicklung eines gesunden Selbstvertrauens.

Gute Eltern sind ein gutes Vorbild

Sei Dir stets darüber bewusst, dass Dein Verhalten immer Auswirkungen auf Dein Kind hat. Die Kleinen beobachten nämlich ganz genau und saugen alles auf, was sie sehen und erleben. Verhalte Dich selbst nach den Regeln, die Du Deinem Kind gesetzt hast. Kinder imitieren das, was sie sehen, auch unbewusst. Deshalb solltest Du mit gutem Beispiel vorangehen, nicht nur “reden”, sondern auch “machen”. Dein Kind soll pflichtbewusst werden? Dann teile ihm einfache Aufgaben im Haushalt zu. Hilf ihm bei seinen Aufgaben, anstatt diese von oben herab anzuordnen. Hausarbeiten sollen Spaß machen und keine Demütigung oder Strafe sei. So lernt Dein Schatz bereitwillig mitzuhelfen und hilfsbereit zu agieren. Du willst ihm Nächstenliebe beibringen? Dann gehe mit ihm in die Suppenküche, spende an Organisationen oder übe ein Ehrenamt aus. Dein Kind soll sportlich und aktiv sein? Dann treibe selber Sport, sei in einem Verein aktiv oder übe mit Deinem Liebling zusammen eine Sportart aus.

perfekte Eltern sein
Das Sicherheitsgefühl ist essentiell für die Entwicklung Deines Kindes.

Gute Eltern vermitteln ein Sicherheitsgefühl

Gute Eltern sind Eltern, bei denen sich das Kind aufgehoben und sicher fühlt. Dafür ist es wichtig, dass Du die Privatsphäre Deines Kindes akzeptierst. Das eigene Zimmer sollte für Dein Kleines ein sicherer Rückzugsort sein, wo es Ruhe – auch vor Dir – finden kann. Das Zimmer ist ohne Erlaubnis Deines Kindes für Dich tabu!

Selbstverwirklichung und eigene Entscheidungen sind sehr wichtig für jeden Menschen. Gib Deinem Schatz Entscheidungsfreiheit und Raum, um festzulegen, was er in seinem Leben machen und schaffen möchte – auch, wenn das vielleicht nicht Deinen Wünschen entspricht.

Sich sicher zu fühlen bedeutet, in einem angstfreien Zuhause groß zu werden. Deshalb sollten sich Eltern nie vor ihren Kindern streiten oder gar Machtkämpfe ausüben. Das ruft tiefe Verunsicherung und Angst hervor, die teilweise traumatisch sein können. Rede mit Deinem Partner oder Partnerin gesittet und friedvoll. Regelt Unstimmigkeiten durch Gespräche und Kompromissschließung. Wenn sich Geschwister untereinander streiten, bleib stets fair und neutral und wähle nicht ein Lieblingskind aus.

Gute Eltern schaffen eindeutige Regeln

Regeln schaffen Vertrauen und Sicherheit. Sie vermitteln auch das Gefühl, umsorgt und geliebt zu werden. Setze Deinem Kind also Grenzen und sei konsequent in der Umsetzung derer. Bestimmte Zeiten, wie Zubettgeh- oder Nachhausekommzeiten sind da ein guter Anfang. Lasse Dein Kind regelmäßige kleine Aufgaben übernehmen, wie z.B. Müll rausbringen oder Tisch decken. Mit höherem Alter kannst Du Deinem Kind immer mehr und anspruchsvollere Aufgaben zuteilen und ihm Gegenzug dafür gewisse Privilegien (wie längere Ausgehzeiten) einräumen.

Fazit – Gute Eltern sind Eltern, die lieben

Kinder brauchen viel Liebe. Für sie müssen gute Eltern nicht perfekt sein, sondern sie einfach nur von ganzem Herzen lieben. Zeig Deinem Kind Deine Zuneigung, höre ihm zu, wenn es etwas erzählt und sage ihm jeden Tag, wie sehr Du es liebst. Mit einer Umarmung und ein wenig Ermutigung, Zustimmung, Wertschätzung, oder auch nur einem Lächeln bewirkst Du vieles: Du stärkst das Selbstbewusstsein und Wohlbefinden und machst Dein Kind zu einem glücklichen Menschen.

 

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