Kindern Lesen beibringen in 4 Schritten

Wie lernt Dein Kind aus Lauten Wörter zu bilden und einen Text zu lesen? Wie kannst Du es darin fördern, im Vorschulalter Lesen zu lernen? Das braucht Zeit und viel Übung – Aber jedes Kind kann es schaffen. Ich zeige Dir in 4 Schritten, wie Du es machst.

Wie Kinder Lesen lernen? So geht´s

Wie geht das Lesen lernen? Und was sind die Schritte während des Lesen lernens? Wie werden aus Buchstaben Silben und aus Silben Wörter? Beim Lesen lernen handelt es sich um einen komplexen Prozess, der sich aus verschiedenen Stufen und Teilfertigkeiten zusammensetzt. Spätestens ab der ersten Klasse werden Kinder dann im Schulleben konkret an das Thema Lesen lernen herangeführt. Dies setzt sich aus folgenden Schritten zusammen:

Kinder lesen lernen

1. Verknüpfen von Buchstaben mit Lauten

Die Basis bildet das sogenannte phonologische Bewusstheit. Damit ist die Fähigkeit, die Struktur einer Sprache zu erkennen, gemeint. Durch dieses Bewusstsein können Silben und Laute in Wörtern wahrgenommen, wiedererkannt und bewusst verwendet werden. Reime oder lange und kurze Vokale zu erkennen, aber auch Silben zu sprechen, kann schon im Vorschulalter trainiert werden. Die Schwierigkeit besteht darin, dass es für einen Laut mehrere Schreibweisen geben kann (F: Fliegen, V: Vater, Ph: Pharao). Aber auch für eine Schreibweise kann es mehrere Laute geben (ch: in Milch, Koch, Fuchs).

Der erste Schritt auf dem Weg zum Lesenlernen ist das Kennenlernen der Laute: verbale und nonverbale Laute, Vokale, Halbvokale und stimmhafte oder stimmlose Konsonanten.

  • Probiere zusammen mit Deinem Kind die Laute in einem Wort zu zählen oder Wörter zu suchen, die mit einem bestimmten Laut beginnen.
  • Analysiert zusammen die Laute: Welcher Laut ist der erste? Welcher ist der letzte oder der zweite? Zähle alle Laute im Wort!

2. Erkennen von Buchstaben

Um die Laute den Buchstaben zuordnen zu können, müssen natürlich auch die verschiedenen Buchstaben erfasst und voneinander unterschieden werden können. Dein Kind muss sich die grafische Gestaltung eines Buchstabens einprägen und die damit bezeichneten Laute merken. Kurzum: Es muss gelernt werden, wie der Buchstabe geschrieben wird und wie man ihn ausspricht.

Buchstaben werden einzeln gelernt. Beginne mit den Vokalen a, e, i, o und u. Am besten ist, die Buchstaben Schritt für Schritt einzuführen und nicht mehr als einen Buchstaben pro Übung zu lehren. Verwende dabei unterschiedliche Lernstrategien. Zeige als erstes den Buchstaben und benenne ihn. Fantasiere zusammen mit Deinem Kind über diesen Buchstaben:
An was erinnert Dich der Buchstabe?

  • Bastel den Buchstaben aus Knete oder Pappe und lass Dein Kind ihn (mit geschlossenen Augen) befühlen.
  • Zeichne die Konturen des Buchstabens und lass Dein Kind ihn ausmalen mit Farben, Strichen oder Kreisen.
  • Baut ein 3D-Modell aus Zahnstochern, Streichhölzern und Knete o. Ä.
  • Übt zusammen, den Buchstaben in der Luft oder auf Sand zu schreiben.

Diese Übungen helfen dabei, die Buchstaben effektiver zu erlernen. Das Kind wird auf das Schreiben sensibilisiert und kann später leichter auf dieser Basis aufbauen. Nach jeder Übung kann Dein Kind versuchen, den Buchstaben aufs Papier zu bringen. Das Buchstabenbild prägt sich damit besser ein. Somit erfolgt die erste Einführung ins Schreiben auf natürliche Weise.

3. Verbindung von Lauten zu Silben

Als nächstes lernt Dein Kind, Buchstaben zu Silben zu verbinden. Nach dem Kennenlernen der Vokale kann mit Konsonanten fortgefahren werden. Die Buchstaben sind die Bausteine für den Aufbau von Wörtern, also beginne früh, ganze Wörter damit zu bilden.

  • Beginne mit Silben aus zwei Vokalen wie “ei”, “eu” oder “au”.
  • Danach kannst Du mit geschlossenen Silben wie „am“, „om“, „ol“ fortsetzen.
  • Im nächsten Schritt sind die offenen Silben: „mo“, „ma“, „la“ dran.
  • Jetzt können Buchstaben und Silbenbildung gleichzeitig erlernt und geübt werden.

Das Lesen von Silben ist eine wichtige Fähigkeit, die Deinem Kind hilft, sich auch die einzelnen Buchstaben leichter zu merken.
Beherrscht es das Silbenlesen, können kleine Wörter auch zusammenhängend gelesen werden: „Mama“, „Oma“, „Lama“, „Mimi“, „Papa“.

Empfehlenswert ist es, auch schon in diesem frühen Stadium Dein Kind auf das Leseverständnis zu fokussieren. Damit das Lesen nicht zu einer mechanischen Reproduktion von Wörtern wird, sollte sich Dein Kind spielerisch mit dem Sinn des Gelesenen auseinandersetzen: Die Buchstaben und ihre grafischen Merkmale sollen weiter geübt werden. Verbinde das Wort auch mit einem Bild. Die Schreibübungen dürfen sich jetzt mit ganzen Silben und Wörtern befassen.

4. Verstehen von Wort- und Textzusammenhängen

Der Leselernprozess ist jedoch nicht abgeschlossen, wenn Dein Kind ganze Wörter erfassen kann. Ein wichtiger Teil der Lesekompetenz ist auch, das gelesene Wort beziehungsweise später Sätze oder ganze Abschnitte zu verstehen und in Zusammenhang zu bringen.

Beim Übergang von Silben zu Wörtern ist das Lesetempo Deines Schatzes langsam und holprig. Es liest in Silben und versteht das gelesene Wort nicht sofort. Deshalb ist es wichtig, viel Zeit zu investieren und auf keinen Fall zur Eile zu drängen. Im Laufe der Zeit wird Dein Kind die Bedeutung des Wortes aus dem Kontext schneller erfassen und bekannte Worte schneller und flüssiger lesen.

Jeden Tag wird die Anzahl der bekannten Wörter zunehmen; die Lesegeschwindigkeit steigt. Beim schnellen Lesen lernen viele Kinder das Wort zu erraten, jedoch lesen sie es dann oft falsch. Greife hier unbedingt ein: Dein Kind soll in dem Fall das Lesetempo lieber reduzieren und konzentriert jedes Wort langsam und sicher lesen.

Leseübung: Tollpatsch renoviert sein Haus

Wir haben eine kleine Leseübung für Erstklässler und Zweitklässler! Versucht gemeinsam, mithilfe der Anlauttabelle den Text zu lesen. Erfahrt, wie der Bär Tollpatsch sein Haus renoviert und wer ihm dabei hilft. Schwierige Wörter ersetzen kleine Bilder. Viel Spaß dabei! 🙂

Lade Dir als erstes die Tollpatsch Anlauttabelle herunter. Hier wird Dir gezeigt, welches Bild welches Wort symbolisiert.

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Wenn Dein Kind einen einfachen Text lesen üben soll, kann es mit „Tollpatsch renoviert sein Haus – für Erstklässler“ beginnen.

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Tollpatsch renoviert sein Haus.

Soll der Text etwas anspruchsvoller sein, ist „Tollpatsch renoviert sein Haus – für Zweitklässler“ genau das Richtige.

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Texte zum Lesen üben bei Meine Spielzeugkiste

Alle Kinder entwickeln sich unterschiedlich: Manchen fällt das Lesen lernen leichter, manchen schwieriger. Kinder haben ihr eigenes Tempo sowie unterschiedliche Interessen und Motivationen. Doch das Stichwort heißt immer Üben, Üben, Üben! Dabei sollten die Texte für Dein Kind verständlich und interessant sind. Bei Meine Spielzeugkiste findest Du eine Auswahl an tollen Büchern für jedes Alter!

Fördere Deine kleine Leseratte individuell. Orientiere Dich nicht an der Entwicklung gleichaltriger Kinder. Manche Kinder befassen sich länger mit Silbenlesen, andere können rasch zu komplizierten Texten übergehen und mit kleinerer Schriftgröße lesen.
Ob Dein Kind in ein paar Monaten oder in einem Jahr lesen lernt, ist egal. Denn Hauptsache ist, dass es erfolgreich lesen lernen kann!

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