Mehr Zweisamkeit im Familienalltag

MEHR ZWEISAMKEIT IM FAMILIENALLTAG

Sie: „Also Du bringst dann die Kinder heute, ich hole sie ab. Nimmst Du für später noch die Fußballschuhe vom Großen mit, heute ist ja wieder Training. Ach ja, und denkst Du noch daran, die Gruppenkasse in der Kita zu bezahlen?“ Er: „Wo sind denn die Fußballschuhe? Sie stehen nicht da, wo sie hingehören. Hast Du noch Kleingeld, muss ja in der Kita passend bezahlen.“ Kommt Dir das bekannt vor? Also bei uns zu Hause sind diese Organisationsgespräche an der Tagesordnung. Ist das schlimm? Natürlich nicht. Es gehört schließlich zum Familienalltag, sich gut zu organisieren und abzusprechen.

Aber was, wenn es am Abend genauso weitergeht? Wenn die Gespräche sich fast ausschließlich um die Alltagsorganisation und die Kinder drehen? Dann noch eine Prise Alltagsfrust, weil mit Kind einfach vieles anstrengender wird und die Erholungsphasen im Gegensatz zur noch kinderlosen Zeit weniger geworden sind. Die logische Folge? Beide Partner verlieren sich nach und nach aus den Augen. Wissen nicht mehr, was den anderen eigentlich wirklich bewegt, welche Träume und Bedürfnisse er hat und was sie aneinander haben.

Alltagsfrust anstatt Zweisamkeit – viele Paare befinden sich im Laufe ihrer Beziehung an diesem Punkt Quelle: www.istock.com/kupicoo

 

WAS GEHT IN DEINEM PARTNER VOR, WAS BEWEGT IHN?

 

In der Alltagshektik gibt es wenig Zeitfenster, sich einfach mal in Ruhe hinzusetzen und dem anderen ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Aber gerade das wäre so unglaublich wichtig und heilsam für beide Partner. Denn was ist kostbarer, als vom eigenen Partner Zeit geschenkt zu bekommen, Zeit in der sich jeder wirklich mitteilen kann, mit seinen Ängsten, Sorgen und Wünschen? Beide Partner entwickeln sich stetig weiter, doch wie können sie einfühlsam auf Veränderungen eingehen, wenn sie diese gar nicht wirklich mitbekommen?

 

5 TIPPS FÜR MEHR BEZIEHUNGSWÄRME

 

Jetzt mal Butter bei die Fische – was hilft wirklich im proppenvollen Familienalltag? Wenn Ihr diese fünf Tipps beherzigt, habt Ihr gute Chancen, Euch nicht aus den Augen zu verlieren.

 

  1. Feste Dates: Nehmt Euch einen Abend in der Woche oder einen alle zwei Wochen nur für Euch. Tragt ihn wie einen offiziellen Termin in eure Kalender ein und nehmt ihn wirklich ernst.
  2. Kinderlose Zeiten: Versucht, eine liebevolle Betreuung für Euer Kind zu organisieren. Kleiner Tipp: Häufig sind auch Kita-Erzieher an einem kleinen Nebenverdienst als Babysitter interessiert. Vielleicht haben aber auch die Oma, Tante oder Cousine Zeit, euch auszuhelfen.
  3. Zweisamkeit: Falls Ihr keine Kinderbetreuung für euren Abend findet – und das wird sicherlich öfter mal passieren –, sagt Euren Abend keinesfalls ab. Überlegt lieber, wie Ihr den Abend zu Hause am besten verbringen könnt (ohne Fernseher, Computer oder Smartphone) – hier ein paar Anregungen:
  • Gemeinsamer Spielabend
  • Gemeinsam überlegen, wo der nächste Urlaub hingehen soll
  • Jeder erstellt eine Liste, was er in seinem Leben noch machen möchte, anschließend sprecht Ihr darüber
  • Stellt Euch die Frage, was Ihr mit einem großen Lottogewinn machen würdet und fangt an zu spinnen.
  • Gemeinsam überlegen, was besonders schön an Eurer Beziehung ist und wo Ihr noch Luft nach oben habt.

 

  1. Wertschätzung & Ruhephasen: Gönnt Euch gegenseitig Pausen und schafft Euch damit Gelegenheiten, um aus dem Alltag auszusteigen. Vielleicht darf jeder von euch einmal pro Jahr für 3-4 Tage allein wegfahren. Oder ihr überlegt, womit ihr dem anderen eine kleine Freude machen könnt. Schenkt eurem Partner Dankbarkeit, Anerkennung und Wertschätzung – Ihr werdet sehen, in nur kurzer Zeit werdet Ihr beide davon profitieren.
  2. Selbstfürsorge: Tue Dir selbst etwas Gutes – einfach so. Oder belohne Dich öfter für etwas, das Dir gut gelungen ist. Du hast die Steuererklärung pünktlich abgegeben, die Küche neu gestrichen oder eine Aufgabe bei der Arbeit gut erledigt? Dann klopf Dir auf die Schulter und belohne Dich mit etwas, das Dir wirklich Freude macht.

 

ZWEISAMKEIT WIEDER LERNEN

 

Wenn ihr einen Babysitter habt und plötzlich zu zweit in einem schönen Restaurant sitzt, müsste doch alles schön sein, oder? Aber warum redet ihr doch wieder über den Alltag, über die Kinder? Es ist nicht ungewöhnlich, dass Paare sich anschweigen, nachdem sie wenig Zeit zu zweit verbracht haben. Sie müssen erst langsam wieder lernen, sich über Dinge zu unterhalten, die keinen unmittelbaren Nutzen für den Alltag haben. Redet zum Beispiel nicht über Konsequenz in der Erziehung, sondern über den neusten Kinofilm, Fußball, einen Städtetrip zu zweit oder über Eure Träume. Also entspannt euch und nehmt Euch die Zeit, die ihr braucht, um Euch wieder an die Zweisamkeit zu gewöhnen.

Nehmt Euch Zeit und genießt Eure gemeinsame Auszeit vom Alltag. Quelle: www.istock.com/Wavebreak

 

NUR DU KANNST VERÄNDERUNGEN BEWIRKEN

 

Denkst Du vielleicht manchmal: „Warum soll ich denn anfangen, mir mehr Mühe zu geben?“ Dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung: weil Du selbst am besten eine Veränderung bewirken kannst. Machst Du den ersten Schritt, gibst Dir Mühe, pochst auf Euren gemeinsamen Abend und schenkst Deinem Partner Anerkennung und Dankbarkeit, dann siehst Du dich als handelnde Person, die Ihr Glück selbst in die Hand nimmt und Positives bewirken kann. Was für ein schönes Gefühl. Und Du wirst sehen, Dein Partner wird nach einiger Zeit anfangen, es Dir gleich zu tun. Nicht sofort, vielleicht brauchst Du etwas Geduld, aber Du hast große Chancen, eine positive Veränderung in Eurer Beziehung zu bewirken.

 

KINDER SPIELEN, ELTERN MACHEN PAUSE

 

Und auch im Alltag, gemeinsam mit den Kindern, könnt Ihr euch Ruheinseln schaffen. So könnt Ihr Kindern ab vier Jahren langsam beibringen, dass sie sich für eine gewisse Zeit allein beschäftigen. Meine Spielzeugkiste ist da eine willkommene Abwechslung, denn hier könnt ihr Markenspielzeug für Eure Kleinen leihen statt sie zu kaufen. Denn Spielen ist wertvoll für die Entwicklung Eurer Kinder, und Ihr könnt Euch einfach mal auf die Couch legen oder ein Buch lesen. Das klappt wunderbar mit einem großen Wecker. Beginnt mit 10 Minuten und steigert dann langsam. Und nicht vergessen: Lobt Euer Kind, wenn es die Zeit bis zum Alarmton allein gespielt hat und macht danach gemeinsam etwas Schönes. Mit der Zeit wird es für Euer Kind normal sein, dass Mama und Papa auch mal Ihre Ruhe brauchen.

 

Und denkt immer daran: Kinder sind glücklich, wenn ihre Eltern glücklich und ausgeglichen sind. Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit für Eure Beziehung und Selbstfürsorge für jeden von Euch wird der ganzen Familie gut tun.

Über Linda Reimer

Ich bin die Psychologiestudentin Linda Reimer und schreibe für den Blog von Meine Spielzeugkiste. Und nur zu Erinnerung: Ich gebe hier nur Ratschläge und Empfehlungen. Ihr entscheidet letzten Endes selbst. Meine Tipps ersetzen auch keinen Arztbesuch oder ähnliches. Also viel Spaß beim Lesen! Eure Linda ;)
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